5 Gründe, warum eine Schwangerschaft manchmal einfach nervt

5 Gründe, warum eine Schwangerschaft manchmal einfach nervt

Eine Schwangerschaft ist toll und Kinder sind ein Segen. Ein Kind zu bekommen, dass schönste auf der Welt. Alle freuen sich über den runden Kugelbauch, erzählen einem wie super die Zeit mit Baby wird und jeder geht davon aus, dass man die glücklichste Frau auf Erden ist.

Die Realität sieht oft anders aus. Natürlich ist es wunderschön ein Baby zu bekommen. Und natürlich freut man sich wie wahnsinnig auf das neue Familienmitglied. Aber ist deshalb alles nur rosig? Nein! Jede Medaille hat zwei Seiten und so hat auch eine Schwangerschaft ihre Schattenseiten.

Von schwangeren Frauen wird erwartet, dass sie überglücklich sind, an nichts anderes mehr denken und gerne alle Unnanehmlichkeiten in Kauf nehmen. Aber ist das wirklich so?

Ich schreibe diesen Beitrag, um allen Frauen zu sagen: Hey, habt kein schlechtes Gewissen wenn euch mal nicht nur nach lächeln zumute ist. Wenn ihr von der Gefühlsdusselei der anderen genervt seid oder wenn euch mal wieder so schlecht ist, dass ihr wünscht gar nicht schwanger zu sein. Habt kein schlechtes Gewissen, denn damit seid ihr nicht allein.

 

1. Die körperlichen Veränderungen

Dein Körper gehört nicht mehr dir alleine. Und das macht sich in vielem bemerkbar. Übelkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen sind nur einige der Veränderungen, die Schwangeren zu schaffen machen. Mir war Gott sei Dank nie übel und ich musste mich nie übergeben. Dafür hatte ich anfangs wahnsinnige Kopfschmerzen und meine Brüste waren kurz vorm explodieren. Die Hosen passen nach einigen Wochen nicht mehr und der Rücken beginnt zu schmerzen. Was mich aber am meisten genervt hat und auch in dieser Schwangerschaft nervt, ist, dass man sich nicht mehr so bewegen kann, wie man  es möchte. Schuhe zumachen wird zum Staatsakt, bücken geht nur noch in bestimmten Positionen und wenn man vom Bett oder der Couch aufstehen möchte, geht das nur im über-die-Seite-rollen-Schildkröten-Modus.

Ein normaler Tagesrythmus war dank der täglichen Müdigkeit auch nicht mehr möglich. Manchmal fiel es mir selbst bei Treffen mit Freunden so schwer die Augen offen zu halten, dass ich beschloss meine Abende allein auf der Couch zu verbringen. Mittagsschläfchen gehören jetzt zur Tagesordnung.

 

 

 

Schwangerschaft                    * Photo by Ignacio Campo on Unsplash

 

2. Hormone in der Schwangerschaft

Nie hätte ich gedacht, dass Hormone so einen Einfluss auf meine Stimmung haben können. In einem Moment raste ich wegen Kleinigkeiten aus, im nächsten Moment könnte ich nur noch heulen und plötzlich bin ich Himmel hoch jauchzend gut drauf. Hormone sind das Letzte. An manchen Tagen freue ich mich über gar nichts mehr und mir wird schlecht, wenn ich an die Geburt denke. Es kommen Unsicherheiten und Ängste dazu und ich denke ich werde nie mehr glücklich und froh. Ich möchte Dinge tun, die ich aber nicht mehr tun kann und das zieht mich noch mehr runter. Leider muss man da einfach durch und versuchen aus jedem tag das Beste zu machen.

3. Essen und Trinken

Das ist auch so ein Punkt, der mich persönlich sehr nervt. Abende mit Freunden ohne ein Gläschen Wein. Die geschenkten Pralinen darf man nicht essen weil Alkohol drin ist. Ist der Käse aus Rohmilch oder nicht? Oh lecker Tiramisu, ach nee doch nicht, ist ja mit rohen Eiern gemacht. Cola trinken? Hmmm wieviel Koffein war nochmal ok? Und wie war das jetzt nochmal mit Salami? Es nervt! Aber so richtig. Ich bin in der Hinsicht wirklich froh, wenn mein Körper wieder ganz allein mir gehört. Dann werde ich erstmal ein Ess- und Trinkgelage veranstalten.

4. Dirty Dancing im Bauch

Ach wie schön war es die ersten Tritte zu spüren. Es hat gekitzelt und sich sooo schön angefühlt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, in meinem Bauch wird ein Contest für eine Hip Hop Veranstaltung abgehalten. Es wird getreten und geboxt was das Zeug hält. Sicher ist das ein tolles Gefühl. Wenn man aber nach einem langen Tag abends auf der Couch liegt und sich entspannen möchte, dann  gehts meist erst richtig los. Teilweise sind die Tritte bei mir so stark, dass mir die Magensäure hoch kommt. Oder ich muss alle 5 Minuten zur Toilette weil meine Blase traktiert wird. Und mit zunehmender Schwangerschaftswoche können die Tritte auch sehr schmerzhaft werden. Ich fühle mich manchmal als hätte ich einen Alien im Bauch, der versucht rauszukommen. Spüre ich die Tritte aber mal nicht, schiebe ich direkt Panik. Womit wir wieder beim Thema Hormone und Ängste wären. Es ist ein wiederkehrender Kreislauf.

 

 

Schwangerschaft

 

5. Die ungefragten Meinungen anderer

,, Dein Bauch ist aber schon gross. Bekommst du Zwillinge?” ,, Warum trinkst du jetzt eine Cola? Das darfst du gar nicht.” ,, Du kannst doch nicht mehr in Urlaub fahren. Das ist viel zu gefährlich.” Ehrlich, ich könnte täglich an die Decke gehen. Jeder, wirklich jeder, gibt seine ungefragte Meinung zu meiner Schwangerschaft ab. Mach dies nicht, tu das, ich hab das aber so gemacht bla bla bla. Mein Frauenarzt hat immer zu mir gesagt, dass man als Schwangere instinktiv weiss, was für einen selber richtig ist und was nicht. Was mir gut tut, kann nicht so verkehrt sein. Glaubt man den Meinungen aller anderen darf man in der Schwangerschaft gerade mal Luft holen, sich ausruhen und sonst nichts. Ich werde schon doof angeguckt, wenn ich meinen Sohn mit dem Fahrrad zum Kindergarten bringe. Ich finde es unglaublich nervig, dass sich andere immer einmischen müssen. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich mir das alles gefallen lassen. In dieser gibt es mächtig Contra für alle Besserwisser.

 

 

Wer jetzt glaubt, ich genieße meine Schwangerschaft nicht oder bereue sie gar, der irrt sich. Ich würde es nicht anders haben wollen. Trotzdem denke ich, darf man auch mal über die nicht so schönen Seiten reden. Denn eine Schwangerschaft ist eben mehr als nur eitel Sonnenschein. Sie kann anstrengend, nervenaufreibend und manchmal eben einfach nervig sein.

 

Wie war eure Schwangerschaft? Was hat euch genervt?

 

 

* Beitragsbild  Photo by Joey Thompson on Unsplash

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10 Kommentare

  1. April 6, 2019 / 8:19 pm

    Liebe Melanie, ich finde es toll, dass du so ehrlich bist. Ich habe noch keine Kinder aber für solche offenen Worte bin ich stets dankbar. Man weiß nicht, was auf einen zu kommt und wie du selbst schreibst, viele schwärmen nur von den positiven Dingen.

    Ich bin definitiv für mehr Ehrlichkeit, das hilft auch untereinander sehr!

    Liebe Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  2. April 10, 2019 / 9:44 am

    Danke, für diesen ehrlichen Blogbeitragt. Auch wenn man sich auf sein Baby freut, darf man manche Umstände schlicht weg sch…. finden.
    Alles Liebe
    Annette

  3. April 10, 2019 / 2:48 pm

    Die ständigen ungefragten Meinungen anderer, sind das nervigste. Jeder hat einen blöden Satz auf Lager. Bauch zu groß, Bauch zu klein, du zu dick, dir sieht man ja nichts an,…
    Das ist nervig.
    Und alles andere finde ich wunderbar, dass du es mal ehrlich ansprichst. Denn auch während einer Schwangerschaft darf man Dinge echt Sch… finden.
    Liebe Grüße, Katja

  4. April 10, 2019 / 4:45 pm

    Ich kenn das nur zu gut. Ich habe 9 Monate mich praktisch dauer übergeben und Cola habe ich nur Cola light Koffeeinfrei getrunken.
    Mich hatte ein Tag nach der Entbindung eine Freundin gefragt, ob sie mir was mitbringen soll…… ein Salamibrötchen und ein Mettbrötchen musste es sein *smile* Ich konnte nicht anders 🙂

  5. April 10, 2019 / 9:00 pm

    Ja, eine Schwangerschaft kann auch nerven. Bei meiner ersten hatte ich große medizinische Probleme. Besonders genervt haben mich allerdings die vielen ungefragten Ratschläge und Kommentare zu einfach allem.

    Alles Gute für deine letzten Wochen und Monate.

    lg
    Verena

  6. April 11, 2019 / 6:08 am

    Liebe Melani,

    ich kann ja eigentlich gar nicht mitreden, aber ich kann das irgendwie trotzdem nachvollziehen, was Du geschrieben hast. So eine Schwangerschaft hat sicherlich seine nervigen “Begleiterscheinungen”. Aber eigentlich es ja doch nur schön, oder 😉

    Alles Gute Euch beiden!

    Liebe Grüße,

    Tabea

  7. April 11, 2019 / 11:03 am

    Ich habe leider keine Kinder. Aber von der Mama meiner Patenkinder habe ich so allerlei mitgebekommen. Mit deinen “Problemen” bist du definitiv nicht alleine. Alles gute weiterhin.
    LG
    Carina

  8. April 11, 2019 / 11:19 am

    Ich glaube die Punkte die du hier aufgeschrieben hast, werden wohl alle werdenden Mütter gleichermaßen auf den Geist gehen! 🙂 Auch als Nicht-Mama kann ich dich da sehr gut verstehen!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com

  9. April 11, 2019 / 5:47 pm

    Meine Schwangerschaft war bis zur 30 SSW total schön, aber dann ging es an, das mich einfach alles genervt hat. Ich konnte nicht mehr schlafen, gehen, Schuhe anziehen und am meisten was mich gestört hat, waren die Kommentare von den anderen Leuten. Das darf ich nicht und das sollte man nicht.. usw…

    Liebe Grüße,
    Melanie

  10. April 11, 2019 / 6:59 pm

    Ich liebe meine drei Kinder sehr aber ich bin wirklich froh, das ich Oma bin und ich mir diesen Sress nicht mehr antun muss.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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